Photovoltaik Wissen

Solarenergie verstehen

Anfrage

Wie funktioniert das mit dem Eigenverbrauch? Was ist eine Einspeisevergütung und was hat es mit der Solarpflicht auf sich? Wie geben hier ersten kurzen Einblick.

Im Bereich PV-Wissen finden Sie verständliche Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Photovoltaik, Solarstrom und moderne Energielösungen. Wie funktioniert der Eigenverbrauch? Was ist die Einspeisevergütung? Wann lohnt sich ein Stromspeicher und was bedeutet die Solarpflicht? Sicherlich haben Sie noch viele Fragen rund um die PV-Anlagen. Gern beraten wir Sie vor Ort in einem persönlichen Gespräch.

Was ist Photovoltaik und wie funktionieren Solaranlagen?

Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um. Der Name verbindet das griechische Wort für Licht mit der Einheit der elektrischen Spannung. Solarzellen fangen die Strahlen ein und liefern Strom, ohne die Luft mit Schadstoffen zu belasten. Diese Technik dient als saubere Energiequelle für die Zukunft.

Wie arbeitet eine PV-Anlage?

Ein PV-Modul vereint zahlreiche Solarzellen aus Silizium. Sobald Lichtstrahlen auf die Oberfläche treffen, wandern die Elektronen im Inneren. Diese Bewegung erzeugt Gleichstrom. Der Wechselrichter wandelt die Energie in Wechselstrom um. Erst in dieser Form betreibt der Strom die Geräte im Haus oder fließt in das allgemeine Versorgungsnetz.

Wovon hängt die erzeugte Strommenge ab?

Mehrere Einflüsse bestimmen die Menge des erzeugten Stroms:

  • Die Fläche der Module
  • Die Position und die Schräge des Daches
  • Schattenwürfe durch benachbarte Objekte
  • verbaute Technik & Hardware

Schon gewusst?

Ein System mit einer Spitzenleistung von 10 Kilowatt erzeugt im Jahr etwa 10.000 Kilowattstunden. Familien verbrauchen im Durchschnitt lediglich 3.000 bis 4.000 Kilowattstunden, weshalb oft ein Überschuss entsteht. Dächer mit einer Neigung von 40 Grad in Richtung Süden liefern die besten Ergebnisse. Andere Ausrichtungen bringen dennoch lohnenswerte Erträge.

Die vier Wege Ihres Sonnenstroms

Einspeisevergütung und Modelle: Je nachdem, wie autark Sie leben möchten, gibt es unterschiedliche Nutzungsmodelle.

Überschusseinspeisung:

Das ist der Standard für Privathäuser. Ihr Haus verbraucht zuerst den Strom vom Dach (z. B. 60 % Eigenverbrauch), der Rest wird gegen eine gesetzliche Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist.

Volleinspeisung:

Hier wird der gesamte Strom verkauft. Dieses Modell ist ein reines Renditeobjekt und lohnt sich oft bei sehr großen Dachflächen oder Gewerbehallen.

Nulleinspeisung:

Sie bleiben am Netz angeschlossen (als Backup), aber technisch wird sichergestellt, dass keine einzige Kilowattstunde ins öffentliche Netz fließt. Das ist ideal für maximale Unabhängigkeit, wenn man keine Vergütung beanspruchen möchte.

Inselanlage:

Hier gibt es keine physische Verbindung zum Stromnetz mehr. Dieses Modell ist ideal für abgelegene Objekte wie Waldhütten oder Gartenhäuser. Wenn der Speicher leer ist und die Sonne nicht scheint, bleibt es dunkel – dafür fallen keine Grundgebühren an.

Was ist die Einspeisevergütung?

Die Einspeisevergütung ist eine gesetzlich geregelte Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Betreiber einer Photovoltaikanlage erhalten für den Solarstrom, den sie nicht selbst verbrauchen und in das öffentliche Stromnetz einspeisen, eine Vergütung pro eingespeister Kilowattstunde.

Die Höhe der Einspeisevergütung richtet sich unter anderem nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme, der Anlagengröße sowie der gewählten Betriebsart (Überschuss- oder Volleinspeisung). Der jeweils gültige Vergütungssatz wird zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgelegt und gilt anschließend für den gesetzlich vorgesehenen Förderzeitraum.

Für die meisten privaten Haushalte steht heute nicht mehr die Einspeisevergütung im Vordergrund, sondern ein möglichst hoher Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms. Denn jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Strom aus dem öffentlichen Netz und kann dadurch die Stromkosten deutlich senken. Überschüssiger Strom wird in das Netz eingespeist und entsprechend vergütet.

Die aktuellen Vergütungssätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur regelmäßig auf ihrer Internetseite. Dort finden Sie auch Informationen zu den Voraussetzungen, Förderregelungen und gesetzlichen Bestimmungen rund um die Einspeisevergütung.

Der neue Standard: Das E-Auto als Hausspeicher

Bidirektionales Laden ist bereits technisch verfügbar, aber noch kein Standard im privaten PV-Bereich. Elektroautos können künftig als großer Stromspeicher dienen und den Solarstrom vom Tag für den Eigenverbrauch nutzen. Aktuell fehlen noch einheitliche gesetzliche Vorgaben, passende Wallboxen und eine flächendeckende Umsetzung durch Fahrzeughersteller. In der PV-Planung wird das Thema bereits berücksichtigt, um Anlagen zukunftssicher zu dimensionieren. Experten erwarten eine stärkere Verbreitung ab 2027/2028 und einen möglichen Standard zwischen 2030 und 2035.

Rechtlicher Rahmen: Die Solarpflicht in Niedersachsen

Seit dem 01.01.2025 ist die Installation von Photovoltaikanlagen bei Neubauten und wesentlichen Dachsanierungen in Niedersachsen gesetzlich vorgeschrieben. Mindestens 50 % der Dachfläche müssen belegt werden. Auch wenn die Kontrolle in der Praxis noch eine „Grauzone“ darstellt, raten wir dazu, diese Pflicht als Chance zu begreifen. Wir helfen Ihnen, die gesetzlichen Auflagen so umzusetzen, dass sie kein lästiges Übel, sondern eine lohnende Investition in Ihren Werterhalt sind. Ob KfW-Förderung oder Einspeisevergütung – wir zeigen Ihnen, wie Sie staatliche Unterstützung optimal nutzen.

Lohnt sich die Investition in eine Photovoltaikanlage?

Eine Photovoltaikanlage ist weit mehr als eine Investition in nachhaltige Energie – sie kann langfristig Ihre Stromkosten senken und Sie unabhängiger von steigenden Energiepreisen machen. Ob sich eine PV-Anlage für Ihr Gebäude wirtschaftlich lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Anlagengröße, dem Eigenverbrauch, den Anschaffungskosten und den örtlichen Gegebenheiten ab. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Kosten, Fördermöglichkeiten und Einflussfaktoren, die bei der Investitionsentscheidung eine Rolle spielen.

Was kostet eine Photovoltaik-Anlage?

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Deutschland liegen die Investitionskosten derzeit typischerweise in folgendem Bereich:

  • Photovoltaikanlage ohne Stromspeicher: ca. 12.000 bis 18.000 €
  • Photovoltaikanlage mit Stromspeicher: ca. 18.000 bis 28.000 €

Die meisten privaten Anlagen haben heute eine Leistung von 8 bis 12 kWp und werden häufig mit einem Batteriespeicher zwischen 8 und 12 kWh kombiniert.

Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Größe und Leistung der PV-Anlage
  • Art und Qualität der Solarmodule
  • Größe des Stromspeichers
  • Dachform und Montageaufwand
  • Elektroinstallation etc.

Welche Bezuschussung gibt es?

Für viele Einfamilienhäuser liegt die Investition heute im Bereich von 20.000 bis 25.000 €, wenn eine Photovoltaikanlage inklusive Batteriespeicher installiert wird.

Aufgrund der Mehrwertsteuerbefreiung für bestimmte Photovoltaikanlagen und der langfristigen Einsparungen beim Strombezug amortisieren sich solche Investitionen – abhängig vom Eigenverbrauch und den örtlichen Gegebenheiten – häufig innerhalb von 8 bis 12 Jahren.

Regionale Förderprogramme: Einige Landkreise und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse für Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher oder Wallboxen an. Diese Programme unterscheiden sich je nach Region und sind oft zeitlich begrenzt.

Photovoltaik-Versicherungen

Möchten Sie Ihre PV-Anlage versichern? Gern stellen wir Ihnen den Kontakt zu einem örtlichen Versicherungsbüro her.